Kaddis Blog

Heute habe ich doch tatsaechlich mal keine Hausaufgaben auf (naja, 4 Seiten DINA4 lesen und den Inhalt fuer den morgigen Test kennen - ich denke das sollte zu schaffen sein und ich vergleichsweise wirklich gar nichts!)  und deswegen habe ich jetzt auch zumindest ein bisschen Zeit fuer den Computer. Mails habe ich schon beantwortet, nur an meinen deutschen Lehrer muss ich noch schreiben. Schliesslich will ich Sicherheit haben, dass ich mit diesem Stundenplan in Deutschland auch in die Reihen der 12. Klaessler aufgenommen werden kann.

Gestern hatte ich die Gelegenheit mich in aller Ruhe mit einem Franzosen zu unterhalten. Unsere Erfahrungen, Eindruecke und so weiter austauschen ... das war mit den anderen Austauschschuelern bisher irgendwie nicht wirklich moeglich gewesen. Mit Ben(jamin) ging das aber wunderbar.
Er war nachmittags bei uns, hat mir Mathe erklaert (schwer fuer zwei Leute, die mit einer Fremdsprache und mathematischen Problemen gleichzeitig yu kaempfen haben) und spater waren wir mit insgesamt 9 Leuten in einem Restaurant.

Es war also wirklich ein netter Tag - bis auf die Tonnen an Hausaufgaben. Der heutige Tag ist dafuer richtig abgedreht - und das OHNE richtige Hausaufgaben. Soo, Lacher sind schonmal vorprogrammiert.

Da ich ja neuerdings Aerobic in der ersten Stunde habe, ergibt sich das mit dem morgendlichen Duschen schonmal und ich kann laenger schlafen. Bis ich um 6:45 Uhr aufgestanden bin, hat das Telefon drei Mal geklingelt und irgendwann rief meine Gastmutter dann einmal laut durch's ganze Haus, damit wir alle endlich aus unseren Loechern kriechen. Sie hatte eine gaaaaanz nette Entdeckung gemacht und uns keine Zeit gelassen, ueberhaupt richtig wach zu werden. Wie kleine Kueken hat sie uns vor sich her gescheucht. Im SCHLAFANZUG ging es runter zum Pferdestall - im Entenmarsch und den Highway 50 Meter entfernt. Na, wenn da einer von der Strasse abgekommen waere, das haette mich wirklich nicht ueberrascht ...

Jedenfalls handelte es sich bei dieser Entdeckung um eine Schlange. Die hatte sich an den Huehnereiern vergriffen und war dann in den Wasserbottich von dem einen Pferd gefallen. Da kam sie natuerlich nicht wieder ohne Hilfe raus.
Meine Gastmutter hat sie am Schwanz gepackt und rausgelassen, Wasser ausgekippt etc, waehrend Hunter, Rachel und ich die Schlange, die zum Glueck nicht giftig war, beobachtet haben. Sie hat sich einen Pfeiler hochgeschlaengelt.

Naechste Station: 3. Stunde im Matheunterricht. Ich habe/hatte ja Probleme dem Kurs zu folgen. Meine Lehrerin meinte also nach fuenf Stunden in diesem Kurs, dass ich es dort nicht schaffe und hat mich - ohne mein Einverstaendnis - einen Kurs tiefer und damit meinen Stundenplan aendern lassen. Klasse. Wirklich Klasse! Vor allem, weil ich den Stoff in genau DIESER Stunde verstanden habe.
Es war aber nichts zu machen. Ich musste meinen neuen Stundenplan annehmen und hatte damit in der 6. Stunde schon wieder Mathe - diesmal aber den leichteren Kurs. Der war dann aber auch so einfach, dass ich vor Langeweile fast eingeschlafen waere.
Also bin ich nach der Stunde zu meiner Lehrerin gegangen und habe ihr erklaert, dass ich lieber wieder in den anderen Kurs moechte, weil ich sonst zu viel Stoff verpasse und in Deutschland nicht hinterherkomme. Mit ein bisschen Dramatik und etlichen Details meinte sie dann, dass sie das verstehen koenne und mich wieder in den anderen Kurs holen wuerde. Strike!

Das dumme ist nur, dass ich jetzt eine Stunde US History verpasst habe und dem Lehrer von meiner Gastmutter etwas ausrichten soll. Morgen schreiben wir einen Test, was ich aber nur durch Zufall noch erfahren habe, weil ich Tobias, den anderen deutschen Austauschschueler, der mit mir in dem Kurs ist, noch getroffen habe, bevor der Bus abfuhr. Zwischen Tuer und Angel hat er mir das Thema und die Hausaufgaben erklaert. Notfalls habe ich aber seine Nummer ...

Ich muss mal sehen, dass ich meine Sim-Karte aktiviert und meine Waesche sortiert bekomme, in mein Tagebuch schreibe, esse, die Hausaufgaben mache und ??? Habe ich was vergessen? Achja, das Ganze bitte innerhalb von zwei Stunden, denn um sieben soll heute eigentlich geritten werden. Anschliessend muss ich noch duschen ... was denkt ihr, wann ich heute ins Bett komme? Mit frueh wird wohl wieder nichts. Pustekuchen. Naja, vielleicht finde ich am Wochenende ja mal Zeit zum Ausschlafen.

Meine ersten Testergebnisse habe ich heute bekommen. Das darf ich ja nicht vergessen, euch zu erzaehlen. Ich bin richtig stolz auf mich!
In Bio 98% und in Wirtschaft 96% von 100 moeglichen. Sieht so aus, als koennten meine Noten ganz gut werden - nur Mathe wird echt hart!

Das reicht fuer die naechsten Tage - es sei denn, es ist wieder so ein verrueckter Tag wie Heute!

Liebe Gruesse,
Katharina

16.8.07 22:59


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Okay eigentlich wollte ich euch allen schon gestern schreiben, aber nach einigen E-Mails hat der PC gestreikt und meine Zeit war eh vorbei. Nicht, dass mir hier Computerzeiten oder aehnliches aufgehalst werden - ganz und gar nicht; ich bin frei und ungebunden was meine Tagesplanung angeht, als waere ich hier Zuhause (na gut, ich gebe zu, dass ich das wohl im Moment auch bin ...) - es ist einfach so, dass ich kaum Zeit habe, weil man taeglich mit mordsmaessig viel Hausaufgaben zugemuellt wird, meine Familie doch etwas chaotisch und unternehmungsfreudig ist und ich einfach noch immer viel zu muede bin.

Vielleicht sollte ich mal vorne anfangen, das sollte das Ganze geschehen einfacher machen. Morgens muss ich um 6:15 Uhr aufstehen und gucken, dass meine Gastschwester Rachel und ich uns im Bad nicht in die Quere kommen. In der Regel klappt das sehr gut und wir haben es bisher immer beide geschafft, rechtzeitig um 7:30 Uhr fertig fuer den Schulweg zu sein. Jemand aus der Nachbarschaft nimmt uns mit.

Schule ... ein heikles Thema. Ich persoenlich mag das deutsche System lieber, auch wenn das amerikanische natuerlich seine Vorteile hat. Die ewige Schlepperei loser Buecher, Klassenraumgesuche und Lunch, sowie zwanghafter Aufenthalt in gewissen Raeumen zu gewissen Zeiten (man darf die Mensa nicht vor dem Klingeln verlassen, selbst wenn man laengst fertig ist mit Essen und solche Sachen ...) gehen mir schon doch gewaltig gegen den Strich. Auch die taeglichen Hausaufgaben, die man unbedingt bis zum naechsten Tag fertig haben muss, sorgen dafuer dass man eigentlich nie Zeit fuer eine feste Tagesplanung hat.
Dafuer haben die Amerikaner aber irgendwie mehr Spass am Unterricht (naja gut, einige schlafen halt einfach mal 'ne Runde!) ... jedenfalls vergehen die Stunden sehr viel schneller, habe ich den Eindruck.

Um 16:00 Uhr bin ich dann endlich wieder Zuhause. Die Schule geht bis kurz nach 15:00 Uhr und dann wird der Bus genommen.
Kaum zur Tuer rein, werden Hausaufgaben gemacht, dann wird irgendwann gegessen - wenn man Glueck hat ist man mit den Hausaufgaben bis dahin fertig und kann noch kurz an den Computer - aber im Prinzip ist es dann auch schon so weit, dass man seine Sachen fuer den naechsten Tag zusammenpacken muss.

Zeit fuer kleine Gespraeche mit der Familie bleibt natuerlich immer. Da ihr euch ja alle gewuenscht habe, dass ich mal ein bisschen ueber sie erzaehle ...
Rachel ist 15 und die beste Gastschwester, die ich mir wuenschen kann. Sie ist total hilfsbereit - hat auch Spass an der ganzen Sache -  steht mir mit Rat und Tat bei Entscheidungen aller Art und Weise bei,  gibt mir Klamotten, die sie nicht anzieht, teilt einfach alles mit mir!  Was will man mehr?
Hunter (sprich= Hanner! Achja, der Befehlston ist sehr wichtig! Ich weiss gar nicht, warum den immer alle anschlagen, wenn sie was von Hunter wollen ...), er ist fast 13 und ebenfalls super hilfsbereit! Ich weiss nicht, was ich grossartig ueber ihn sagen soll. Jedenfalls ist er definitiv nicht auf den Kopf gefallen, macht sehr viel Sport und ist verdammt lustig. Auch nicht schuechtern oder so, ich wuerde sagen, dass er sehr offen auf andere zugeht - was ich fuer Jungen in seinem Alter eher ungewoehnlich finde.
Ruth, meine Gastmutter und das verrueckteste Huhn Allerzeiten. Ich schwoer's euch! Wo Ruth ist, ist keine Langeweile. Sie beschaeftigt alles und jeden, kann kaum still sitzen und wenn sie sagt, dass sie jetzt ins bett geht, hat sie es eine Stunde spaeter immer noch nicht geschafft, weil ihr immer noch etwas Neues einfaellt, was sie unbedingt tun will. Animation pur! Manchmal ist sie mir etwas zu anstrengend, aber sie ist auch durchaus hilfsbereit und betont immer wieder, dass ich ihre neue Tochter fuer ein Jahr bin.
Gut, nun zu Kirk, meinem Gastvater und wohl mit unauffaelligstem Familienmitglied. Ich wuerde mal behaupten, dass Ruth hier das Steuer in der Hand hat und Kirk eigentlich den braven Hausmann spielen koennte. Tut er aber nicht. Er arbeitet bei der Zeitung irgendwie als Manager oder so ... Jedenfalls ist er nicht minder hilfsbereit als der Rest der Familie (als ich Probleme in Wirtschaft hatte, ist er den ganzen Zettel mit den 40. Fragen mit mir durchgegangen, hat mir alles erklaert etc.!) und auch mit schwarzem Humor ausgestattet. Trotzdem wuerde ich ihn als ruhenden Pol der Familie bezeichnen.

Gut, Familie ausfuehrlich beschrieben, jetzt moechtet ihr bestimmt auch noch wissen, was sich in den letzten Tagen so ereignet hat und was mir demnaechst bevorsteht.

Zuersteinmal habe ich meinen Stundenplan aendern muessen, weil der Mathekurs zu niedrig fuer mich war und ich diese seltsame Kunstlehrerin schon nach einer Stunde satt hatte. Nun habe ich in der ersten Stunde Aerobic (sportliche Aktivitaeten sind bei diesem Essen hier drueben halt doch wichtig! Auch wenn es lustig aussehen mag und seltsam klingt ... der Kurs ist aber relativ gross, ich bin also nicht die einzige, die so denkt!), dann American Literature und Calculus (Mathe!). Der Rest ist gleich geblieben.
Wir schreiben fast taeglich irgendwo einen Test (morgen sogar drei und ich muss drigend noch lernen ...). Ich muss aber sagen, dass ich langsam mehr von diesen Testfragen verstehe. Meine ersten wurden gluecklicherweise aus der Wertung genommen - jaja, als Austauschschueler hat man schon einen Sonderstatus, vor allem bei den Lehrern, die einem nach jeder Stunde erneut ihre Hilfe anbieten, falls man etwas nicht verstehen sollte.
Im Prinzip sind die Tests einfach - wenn man als Fremdsprachiger und Auslaender die Chance hat, die Fragen zu verstehen und die Antwort allgemein bekannt ist und sich nicht in etwa auf die Geschichte einer bestimmten amerikanischen Kleinstadt beziehen.

Gut, was ist denn in der Zwischenzeit noch passiert? Ich muss mal scharf nachdenken. In der Zeit kann ich euch ja mal erzaehlen, wie "crazy" die Amis wirklich sind. Thema: Fuehrerschein. Mit 16 kannst du deinen Fuehrerschein bekommen, allerdings musst du halt vorher durch die Fahrschule. Bevor du aber an einer Fahrschule aufgenommen wirst, musst du mindestens 30 Stunden Auto gefahren sein. Ist das nicht verrueckt? Amerika schickt seine Jugendlichen ohne Fahrschule auf die Strasse, damit sie von ihren Eltern (in der Tat, immerhin muss ein ueber 21 Jaehriger daneben sitzen) das Fahren lernen. Wozu dann die Fahrschule? Okay, das war nur ein Beispiel, denke ich. Rachel faehrt uebrigens schon recht gut. 

Hm, also wir fahren noch am See und dort habe ich meine "Gasttante" inklusive Familienanhang kennen gelernt. Ebenfalls alle sehr nett und das Bootfahren war total schoen. Die Landschaft hat es schon in sich, auch wenn es hier im Moment sehr trocken ist. Wusstet ihr eigentlich, dass ein Hurricane auf dem Weg nach Amerika ist? Die Leute hoffen alle, dass er hier in der Naehe ankommt, weil wir dann endlich wieder Regen kriegen. Ich hoffe mit, auch wenn der Gedanke am Anfang auch seltsam war. Aber wir brauchen den Regen wirklich. Es ist viel zu heiss und zu trocken draussen. Drinnen hat man ja die wohlbekannten Klimaanlagen, die jeden Raum konsequent auf die Temperatur kalkulieren, dass man friert. Ein Wunder, dass ich keinen Schnupfen habe.

Gestern waren wir ueberstuerzt shoppen, weil ich Sportsachen fuer Aerobic brauchte - und ich habe jetzt Make-up gekauft.

Freitag bin ich zu einer Party eingeladen - da ist TV-Premiere von "High School Musical 2"! 

Ich habe uebrigens keinen einzigen Traum gehabt, an den ich mich erinnern koennte. Ich war immer so kaputt, dass ich vor dem Einschlafen nichtmal mehr zum Nachdenken komme. Ins Bett, Augen zu, schlafen - Ende. Wecker klingelt, aufstehen. 

Mehr faellt mir grad nicht ein. Stellt Fragen, wenn ihr etwas wissen wollt und ich sehe mal, wie ich das mit den Fotos machen kann. Ich muss jetzt ueben und anschliessend unbedingt schlafen.

E-Mails beantworte ich bei der naechsten Gelegenheit in zwei, drei, vielleicht auch erst vier Tagen. Mal sehen, wie es mit der Zeitplanung hinhaut. Ich bin busy! Achja, und meine Gastmutter spricht auch schon einige Worte deutsch ("Schneller, schneller, tidy your room up!".

Soo, jetzt muss wirklich Ende sein. Liebe Gruesse, ich denke an euch alle!
Katharina

15.8.07 03:12


Ich bin sicher ihr wartet schon alle gespannt darauf, dass ich "endlich" mal wieder etwas in meinen Blog schreibe. Ich kann euch verstehen. Die Versuchung ist gross, jeden Tag an den Computer gehen und eine kurze Zusammenfassung, die ohnehin wieder ausarten wird, zu schreiben. Aber dann habe ich wohl nicht viel von meinem Austauschjahr, wenn ich taeglich vor dem Computer haenge und meine Erlebnisse aufschreibe, denn das bedeutet, dass ich etwas verpasse

Ausserdem kommt es mir bloss viel laenger vor, dass ich das letzte Mal geschrieben habe, als es wirklich ist.
Was ich letztens entdeckt habe: Wenn ich einen Beitrag absende, erscheint die deutsche Zeit darunter. Zieht einfach sechs Stunden ab und ihr wisst, wie spaet es zu dem Zeitpunkt bei mir war.

Okay, seit Montag ist eine ganze Menge passiert. Zum einen haben wir zu dritt unseren ersten Ritt gewagt und was passiert? Richtig! Ich falle glatt vom Pferd ... aber das ist nicht meine Schuld. Das Pferd ist galoppiert und fing ploetzlich vor Freude an zu Buckeln. Ich sass noch nie auf einem buckelnden Pferd, bin natuerlich zur Seite runtergerutscht - und habe mir eigentlich kaum etwas getan. Schrammen und blaue Flecken sind etraeglich und auch mein Finger ist okay. Vermutlich ist er verstaucht, gebrochen jedenfalls nicht. Ich kann ihn bewegen. Es tut nur weh, ist geschwollen und verdammt blau/lila! Aber es wird jeden Tag besser.

Weiter geht's! Am Dienstag waren wir zu dritt in so einem Kosmetikstudio oder so. Ich war jedenfalls noch nie in einem solchen Laden. Dort haben sie mir erstmal ordentlich die Augenbrauen gewachst, die Finger und Fussnaegel lackiert (lila! Wer haette das gedacht?) und eine Koerperentgiftung gemacht, Anschliessend war shoppen angesagt. Die Klamotten sind wirklich sehr preiswert!

Mittwochs war mein erster Schultag. Ich bin zeitig aufgestanden, war vorbereitet und so weiter - und was ist? Ich durfte nicht in den Unterricht, weil ich an der falschen Schule registriert war. Also musste meine Gastmutter mit mir dorthin fahren, meine Papiere abholen, zum Elternzentrum und mich auf die andere Schule umtragen und anschliessend zur richtigen Schule. Dort musste ich meinen Stundenplan machen (Amerikanische Literatur, Mathe, Kunst, Biologie, amerikanische Wirtschaft und amerikanische Geschichte) und dann durfte ich endlich in den Unterricht. Der ist ganz anders als in Deutschland. Wir Schueler muessen den Raum wechseln, es gibt eine grosse Pause mit Mittagessen und eben die Locker, in denen man alles lagert, was man nicht braucht.
Wir sind 4 Austauschschueler an der Schule ( 2 Deutsche, 1 Franzoesin und 1 Georgianer - heisst das so?) und ich kenne inzwischen eine ganze Menge Leute, an deren Namen ich mich nicht erinnern kann. Genausowenig wuerde ich sie auf der Strasse wiedererkennen, weil es einfach zu viele auf einmal sind.

Heute habe ich das erste Mal Hausaufgaben auf. Ich soll fuer Kunst meinen Namen zeichnen und die Frage beantworten, wie haeufig ich in meinem Leben Bilder mit Linien gemalt habe ... also wenn ihr mich fragt: Die Frau hat nicht alle Tassen im Schrank! Nachdem sie  fuenf mal wiederholt hat, dass sie in ihrem Unterricht keine Gespraeche erlaubt, war selbst ich mir 10000000%ig sicher, sie richtig verstanden zu haben.

Ich bringe ein paar Leuten ein bisschen Deutsch bei. Rachel, Charlton (ein Junge von der Schule) und ich haben auf der Busfahrt das Spiel "Ich frage dich was auf Englisch, du antwortest mir auf deutsch und ich ueberlege was das bedeuten koennte" gespielt. Das war seeeehr amuesant.

Achja, ich denke inzwischen halb englisch halb deutsch. Das macht mich ganz verrueckt, wenn ich es bemerke! Wetten, dass ich mit den Sprachen durcheinander kommen werde?

Okay, das sollte fuer's erste wirklich reichen ... ich werde mal sehen, was meine Familie so macht ....!

Liebe Gruesse an alle, die an mich denken!
Katharina

10.8.07 01:05


An diesem Tag - welch Überraschung - gleich noch eine zweite Meldung. Ich habe halt nette Kontakte und die Erlaubnis von meiner Zimmernachbarin, etwas mit ihrem Laptop kostenlos im Internet zu surfen. Was liegt da näher asls ein Eintrag bei meinem Blog?
Also was mir so aufgefallen ist an/in Chicago ist, dass hier unglaublich viele Limousinen rumkurven. Da könnte man glatt denken, dass jeder zehnte Amerikaner zuhause so ein Gefährt in der Garage stehen hat.
Und unglaublich viele Hochzeitsgesellschaften haben wir heute auf unserer Fahrt durch die Stadt gesehen.
Es gibt hier viele, nette Sachen zu sehen - vor allem sehr viele Wolkenkratzer - aber im Endeffekt finde ich Hamburg doch schöner. Was mich wohl in La Grange erwartet? Morgen um 13:12 Uhr Ortszeit (Chicago hinkt Deutschland 7 Stunden hinterher!) geht mein Flug in Richtung Atlanta. Ich freue mich riesig darauf, meine Gastfamilie endlich kennen zu lernen. Verfehlen können die mich am Flughafen jetzt garantiert nicht mehr, denn wir müssen so neonfarbene, blaue T-Shirts mit der Aufschrift NACEL OPEN DOOR tragen und natürlich könnte ich mein T-Shirt als Kleid benutzen. Es hängt mir in den Kniekehlen ... stylisch!
Ich habe es vorhin in Navy Piers sogar geschafft im Geschäft Geld zu wechseln. Ich bin echt stolz auf mich! Aber eigentlich verstehe ich die Leute hier schon sehr gut. Ich hätte es mir schwerer vorgestellt!

Hier tobt das Leben, wenngleich ich jetzt ziemlich müde bion und ins Bett will. Gute Nacht und liebe Grüße nach Deutschland!
Katharina
    

5.8.07 04:45


Kleine Rueckmeldung aus Chicago!
Ich bin gut gelandet. Der Flug war echt anstrengend mit seinen 9:35 Stunden, aber wir haben es alle gut ueberstanden und auch Einwanderung und Zoll lief ohne Probleme ab.
Wir sind ueber England, irland Groenland und Kanada geflogen. War richtig toll, vor allem Groenland hat mich beeindruckt!

Im Supermarkt waren wir auch schon zu sechst und haben uns ein 28(!) Pack mit o,5 Literflaschen gekauft. Selbst fahrraeder und Klamotten gibt es dort in riesiger Auswahl zu kaufen.

Nachher machen wir einen Stadtrundgang und morgen geht es endlich zu meiner Gastfamilie. Dann melde ich mich auch demnaechst wieder. Haette ja nicht gedacht, dass ich mich auch aus Chicago melden kann.

 Liebe Gruesse,
Katharina

4.8.07 18:28


So meine Lieben,
morgen soll es (endlich) losgehen. Höchste Zeit mein elektronisches Tagebuch mal einzuweihen, auch wenn es noch nicht in sein hübsches Layout gekleidet ist.

Den ganzen Tag über habe ich mir den Kopf darüber zerbrochen, wie ich meine Einträge gestalten will - vor allem den ersten, denn der ist ja etwas Besonderes. Zu einem endgültigen Entschluss hat das alles nicht geführt, also schreibe ich jetzt einfach drauflos und sehe mal, wo mich meine literarisch-kreative Ader hinführen wird. Darin habe ich Übung, ihr dürft mir also getrost vertrauen

Natürlich war der letzte Tag in 'good old Germany' von ein bisschen Hektik geprägt. Dieses und jenes war noch zu erledigen und vor allem wollten die Koffer heute endlich mal gepackt werden. Die Packliste habe ich ja schon vor einem Monat angefangen, aber zum Packen konnte ich mich einfach nicht aufraffen. Ganz ohne Gepäck wollte ich dann jedoch auch nicht ins Ami-Land, also musste ich mich heute wohl oder übel mal damit beschäftigen. Mit der Hilfe meiner Mutter waren Koffer und Reisetasche flink gepackt, die letzten Dokumente kopiert und auch die letzten Botengänge zur Post gemacht. Auf mein Fanclub-T-Shirt (Stichwort: Carolin Fortenbacher!) mochte ich auch nicht verzichten, also ging - bzw. fuhr - es schnell zum nächstgelegenen Copy-Shop und nur wenige Stunden später hielt ich mein Exemplar samt frisch draufgedruckter Fotos in der Hand. Ab damit ins Handgepäck, denn nur da kann ich 100%ig sicher gehen, dass es unterwegs keine anderen Wege einschlägt und plötzlich in Melbourne landet.

Ich hatte natürlich auch kurz überlegt, meine kleine Trethupe Linus mit ins Gepäck zu nehmen. Größe und Gewicht wären kein Hindernis gewesen, aber ich kann mir vorstellen, dass es für einen Hund angenehmere Reisevarianten gibt als meine Reisetasche. Also Idee verworfen, Linus bleibt in Deutschland und darf mich morgen das letzte Mal für 10 Monate wecken.

Mein Lieblingsessen gab es gestern und heute auch zum Mittag. Das war eine nette Idee - wer auch immer darauf gekommen sein mag. Ochsenschwanzsuppe zum Abschied ist super! So kann ich wenigstens das mühevoll gekochte, deutsche Essen mit dem amerikanischen Fastfood vergleichen, denn darum wird wohl kein Weg herumführen. Hoffentlich gehe ich nicht auf wie ein Hefekloß! Andererseits würde mir dann zumindest das obengenannte T-Shirt in Größe S passen. Ich danke meinem Vater für diesen grandiosen Hinweis, der hat mich wirklich aufgebaut!

Nachdem ich mich noch dreimal versichert hatte, dass ich wirklich alle wichtigen Dinge im Koffer habe - und auch den letzten Ausreißer in Gestalt eines Adapters unter meinem Fernsehtisch gefunden hatte - konnte es dann auch zum Flughafen gehen, denn ich wollte heute Abend einchecken, damit ich Morgen nicht ganz so früh aufstehen muss (der Flug geht um 6:1o Uhr in der Früh!). Tja, wir waren mal wieder von der flinken Sorte und vor der Eröffnung des Check-ins am Flughafen. Also mussten wir warten, 50 Minuten insgesamt und dann bin ich mein Gepäck losgeworden. Boarding Pass bekommen und ab nach Hause!

Nun habe ich auch meinen Blog eingeweiht, kann noch einmal in Ruhe mein Flughandbuch durchgehen und die letzten Mails beantworten. Ehe ich mich versehe ist es Zeit zum Schlafengehen. Ob ich heute Nacht wirklich schlafen kann? Ich bin mir nicht sicher. Aber irgendwann muss das Reisefieber doch auch bei mir zuschlagen? Bis jetzt bin ich wirklich die Ruhe selbst. Es gab so viel zu tun, dass ich noch überhaupt nicht richtig zum Nachdenken gekommen bin, aber das werde ich auch, wenn es mir gelingt, auf Morgen verschieben. Dann geht es über München los nach Chicago. Dort stehen mir zwei Tage Aufenthalt und Vorträge der amerikanischen Partnerorganisation bevor. Aber das Wichtigste ist: Ich bin erst einmal umgeben von Gleichgesinnten und somit sicherlich auch wieder abgelenkt bis es zu meiner Gastfamilie geht.

Das soll es nun für's Erste gewesen sein. Gewöhnt euch lieber nicht an so lange Berichte, denn ich weiß nicht wie viel Zeit ich bei meiner Gastfamilie für derartige Romane haben werde


Liebe Grüße,
eure Katharina

2.8.07 20:17


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