Kaddis Blog

Na, ich werd dann wohl mal wieder ... ein letztes Mal aus den Vereinigten Staaten Amerikas einen lieben, netten Beitrag schreiben, waehrend ich darauf warte, dass die Waschmaschine mit dem Schleudern fertig wird. Ja, ich mache mal wieder mindestens 5 verschiedene Sachen auf einmal. Bloggen, mich mit Freunden unterhalten, in mein Tagebuch schreiben, Fernsehen gucken, Waesche waschen, Essen ... So sieht das hier aus. Ich muss ja auch so Einiges in ein paar Stunden hineinquetschen, immerhin werde ich nachher zu einer Party abgeholt. Genau genommen handelt es sich dabei um Slavka's Abschiedsparty. Meine wird dann Morgen stattfinden und dann dauert es auch nur noch 3 Tage bis ich losfliege. Das ist so schwer zu begreifen. Kaum vorstellbar. Es kommt mir eher so vor wie ein Traum und nicht wie die Wirklichkeit. Ich kann nicht verstehen, dass ich all das hier lange Zeit und vielleicht auch gar nicht mehr sehen werde. Man weiss ja nie. Es ist wirklich sooo schwer zu begreifen. Als ich Deutschland verlassen habe, wusste ich ja immerhin, dass ich spaetestens nach 10 Monaten wieder dorthin zurueckkehren und wieder in meiner gewohnten Umgebung sein wuerde. Nun aber ist alles ungewiss. Wann werde ich in die USA zurueckkehren, wen werde ich dann treffen koennen? Wird es mir gelingen in Kontakt mit all meinen Freunden zu bleiben, die mir in diesen 10 Monaten so sehr ans Herz gewachsen sind? All das geht mir bei dem Gedanken an den Abschied durch den Kopf. Ich glaube, es ist schwer zu verstehen, wenn man nicht selbst in dieser Situation gewesen ist. Deutschland ist einfach so weit weg - natuerlich fehlt es mir - aber ich war schon so lange nicht mehr da, habe mich damit abgefunden und mich so ziemlich daran gewoehnt - was unumgaenglich ist, wenn man die Zeit hier geniessen und nicht einschliesslich mit Heimweh verbringen will - und nun soll sich das von dem einen auf den anderen Tag wieder aendern? Ich soll Tschuess sagen zu meinen Freunden und so weiter ... sozusagen zu dem ganzen Leben, das ich mir hier drueben so ziemlich aus eigener Kraft aufgebaut hatte. Das ist ganz schoen viel verlangt ... aber natuerlich kriegen wir das hin. Allerdings bin ich mir sicher, dass es eine Weile dauern wird, bis ich wieder richtig in Deutschland angekommen bin.

Gestern musste ich Hunter Tschuess sagen, weil er naemlich auf einem Ausflug zum Strand ist und nicht hier sein wird, wenn ich wegfliege. Es war so komisch und wir beide haben die Tragweite nicht wirklich verstanden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich ihn nicht schon naechste Woche, sondern vermutlich erst in einigen Jahren wiedersehen werde. Ihm geht es genauso ...

Naja, Ruth werde ich hoffentlich noch wiedersehen. Sie musste naemlich nach Houston zuueckfliegen, da ihr Vater mit einer gefaehrlichen Infektion im Krankenhaus liegt und gerade erst eine Herzoperation hinter sich gebracht hat.

Ja, die letzten Wochen hier waren sehr ereignisreich und nicht Alles war gut, wie man sich vorstellen kann. Anfangen werde ich dann wohl mal dort, wo die Schule zuende ging. Da ging es naemlich auch los mit dem Abschiednehmen, da man ja nun nicht jeden einzelnen auch noch nach Schulende sehen wird. Also habe ich meinen Lehrern einen lieben Brief geschrieben, mir mein Jahrbuch abgeholt (das ich dummerweise mitlerweile verlegt habe und nicht wiederfinden kann) und es von gaaaanz vielen Leuten unterschreiben lassen und tja, dann habe ich es noch zur sogenannten Graduation geschafft und meine Freunde dort verabschiedet und das war so ziemlich der letzte halbwegs ruhige Tag fuer einige Wochen. Anschliessend hatten wir naemlich Freunde hier fuer vier Tage und sind staendig zwischen irgendwelchen Ausreitstrecken und dem See hin und her gefahren, gleich am Tag darauf ging es zu Kirks Eltern nach Atlanta. Dort hatten Rachel, Hunter und ich eine tolle Zeit. Wir haben eine richtig tolle Tour gemacht. Wir waren in diesem riesigen Hotel und haben im hoechsten Stockwerk gegessen. Das gab vielleicht einen tollen Ausblick ueber die Stadt! Dann waren wir im Centennial Olympic Park, bei CNN, im Cyclorama (seeeeehr beeindruckend) und schliesslich in Stone Mountain, wo wir gepicknickt und den tollen Granithuegel bestiegen haben. Nachts gab es eine Lasershow. Es war schon echt interessant. Den naechsten Tag waren wir im Aquarium, in dem sie vier Walhaie und noch etliches anderes Gefisch haben ... Gleich im Anschluss waren wir im Coca-Cola Musuem, in dem es auch erstaunlich viele deutsche Colaplakate gab. Ich fuehlte mich schon fast wie Zuhause. Und dann probiert man doch Produkte aus allen moeglichen Laendern. Baahh! Einiges schmeckt grausam. Ernsthaft, richtig schrecklich!

Naja, der naechste Tip war nach Texas. Die Fahrt ging durch Georgia, Alabama, Louisiana, Mississippi (auch ueber den bekannten Mississippi River) und schliesslich noch durch einen Teil von Texas. Unser erster Stopp war Houston. Die Temperaturen waren Folter ... und so war ich froh, als es dann am naechsten Tag nach Hunt ging, wo es erheblich kuehler und sehr angenehm war. Wir waren auf der Ranch von Ruths Eltern in der sogenannten Hill Country. Dort ist es sehr trocken, steinig und warm. Wir hatten eine tolle Zeit und interessante Erfahrungen. Die eine Nacht wollten wir uns auf die Suche nach wilden Tieren begeben und dann ist Rachel, Stacy und mir doch das Golfkart zusammengebrochen. Naja, sagen wir eher so: Das Teil ist elektrisch und die Batterie ist leer gelaufen, also sassen wir im stockdunkeln auf dem Trockenen ... es war so gruselig. Man konnte nicht einmal seine eigene Hand vor Augen sehen und wer weiss, was da nachts alles so kreucht und fleucht. Es gibt ja weitaus Schlimmeres als Rehe dort draussen ... Tarantullas, giftige Schlangen, Skorpione, Wildschweine, MENSCHEN ... und Huegel! Also mussten wir das Teil doch glatt erstmal 3 Meilen nach Hause schieben und dann bergauf. Ich war noch nie so ausser Atem! Niiiiie wieder!
Am naechsten Abend sind wir dann im Auto losgezogen und haben es tatsaechlich geschafft Tiere zu sehen. Rehe, einen Bock mit elf Enden am Geweih, ein Rehkitz, einen Fuchs und ein Stinktier, das doch auch noch seinen netten Duft ans Auto gesprueht hat ...

Kaum zurueck aus Texas und noch nicht einmal richtig von der langen Fahrt erholt (17 Stunden und mit Tankstopps und Pinkelpausen nochmal zwei Stunden drauf) ging es auch schon wieder los nach Troy, Alabama fuer vier Tage zum Reiten. Wow, hatten wir Muskelkater! 8 Mal geritten in vier Tagen und dann auch noch bei den Temperaturen (37 Grad Celsius im Schatten!!!) ... Ich dachte das waere mein letzter Trip ueberhaupt, vor allem, da er von ungewuenschten Vorfaellen begleitet wurde. Zuerst hatte Ruths Truck zwei Mal einen Kurzschluss, dann ist bei Stacys Anhaenger der Fuss abgebrochen ... es war nicht gut!! Tja, wieder Zuhause wollte ich mich mit meiner Freundin treffen, ruft eine halbe Stunde vor vereinbahrtem Treffen ihre Schwester an und sagt mir, dass deren Haustier morgens gestorben war und im Moment gar nichts mehr ginge. Also habe ich meine Koffer schon einmal gepackt.

Ja, mit meinen Fotos wollte dann auch nicht mehr so recht hinhauen, von wegen: "Oh, naja, die CD sollte ja eigentlich schon fertig sein, aber irgendwie zeigt er die hier noch nicht einmal an. Ne, der hat noch nicht einmal angefangen, aber ich weiss auch nicht wieso ...". Nach 20 weiteren Minuten hatte ich sie dann doch endlich in den Haenden und war - dank dem Lauf des Tages - 4 einhalb Stunden spater bei meinen Freunden als geplant.

Im Moment geht also so ziemlich alles schief. Hoffen wir mal, das die letzten vier Tage besser werden. Wenn es so weitergeht, bin ich froh, dass ich nach Hause kommen kann. Ach naja, schlecht war das ganze Jahr ja sowieso nicht. Ganz im Gegenteil, eigentlich doch sehr erfolgreich, wenn man bedenkt, was ich alles auf die Reihe bekommen habe. Trotzdem freut man sich dann doch mal wieder auf Zuhause und die guten, alten Freunde - und vor allem des Essen. Ich kann das Amerikanische Zeugs schon gar nicht mehr sehen!!!

Ich finde, ich habe jetzt genug geschrieben, in wenigen Tagen koennt ihr mich ja eh mit euren Fragen durchloechern und ich werde sie auch alle beantworten. Das funktioniert bestimmt sehr viel besser, als dieses Geschreibe. Meine Finger protestieren naemlich auch schon ganz stark!
Habt noch ein paar nette Tage ohne mich!

Hab euch lieb und nieeee vergessen

Katharina 

14.6.08 20:21
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


LindzZ (16.6.08 14:25)
Hey Kaddi,
wow die Zeit ging ja jetzt wirklich sehr schnell rum Ich erinner mich noch genau daran, wie du gesagt hast, dass du für ein jahr wegfliegst
Ich hoffe wir schreiben uns bald wieder in icq und du meldest dich wieder auf der RMHR an Die Vermisst dich nämliich, zumindest ich... ^^
Meld dich mal
HDL, Linda

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